Die Altstadt

Reiseführer Köln – Von Römern, Erzbischöfen und Originalen: Die Kölner Altstadt

Köln am ersten Tag – In der Altstadt

Zwischen Dom und Rhein breitet sich eines der schönsten Viertel Kölns aus. Schmale Giebelhäuser, verwinkelte Gässchen und malerische Plätze geben sich ein Stelldichein mit kleinen Läden, urigen Kneipen und kölschen Brauhäusern. Sie schlendern durch ein von mittelalterlicher Architektur und gemütlichen Straßencafés bestimmes Areal und genießen kölsche Lebenssart pur. 

Das Kölner Rathaus

2000 Jahre Stadtgeschichte haben sich rund um den Rathausplatz versammelt. Älteste Zeitzeugen sind das Prätorium, Sitz des römischen Statthalters, und die Reste des jüdischen Stadtquartiers aus dem Mittelalter. Auf dem Platz selbst künden der imposante Rathausturm und die prachtvolle Renaissancelaube (1569-1573) vom einstigen Reichtum und Repräsentationswillen der Bürgerschaft. Diese hatte bereits 1130 ein „Haus des Bürgers“ errichten lassen, das vermutlich das älteste Rathaus in Deutschland war. Den Turm hatten die Kölner Zünfte von 1407 bis 1414 mit fünf Geschossen und einer Gesamthöhe von 61 Metern als Zeichen ihrer Stadtherrschaft errichten lassen.

Der Kölner Gürzenich

Der Gürzenich ist einer der bedeutendsten gotischen Profanbauten Kölns. Von der Kölner Bürgerschaft im 15. Jahrhundert auf dem Grundstück der namensgebenden Patrizierfamilie als städtisches Tanz- und Kaufhaus errichtet, ist der Gürzenich heute wohl Kölns bekanntestes Kongress- und Veranstaltungszentrum. Durch das großräumige Foyer führt der Weg über die weit geschwungene Treppenanlage im Anbau der 1950er-Jahre zum großen Saal im Obergeschoss, in dem früher Kaiserempfänge und glanzvolle Feste stattfanden.

Martinstraße 29–31, Besichtigung nur im Rahmen einer Führung möglich
Tel. 0221/22123332

Heinzelmännchenbrunnen

Direkt neben dem Brauhaus Früh zeigt der wohl beliebteste Brunnen der Stadt, wie schön es in Köln hätte sein können. Seine Reliefs erzählen von den fleißigen Zwergengeistern, die des Nachts still und heimlich alle unerledigten Arbeiten verrichteten. Daran hätte sich wohl nichts geändert, wäre da nicht die neugierige Schneidersfrau gewesen, die hinter dieses Geheimnis kommen wollte und Erbsen auf ihre Treppe streute. Von der Frau entdeckt, stürzten und polterten die Heinzelmännchen die Treppe hinunter, verließen erzürnt die Stadt und von nun an mussten die undankbaren Kölner ihre Arbeit selbst tun.

St. Alban

Neben dem Neubau des Wallraf-Richartz-Museums liegen die Ruinen der Kirche St. Alban, die heute als Mahn- und Gedenkstätte für die Toten beider Weltkriege dienen. Im ausgebombten Innenraum steht eine Kopie des Trauernden Elternpaares von Käthe Kollwitz (1931), das diese zum Gedenken an ihren gefallenen Sohn mit ihren eigenen Gesichtszügen und denen ihres Mannes versah.

Quatermarkt 4

Der Heumarkt

Geht man weiter in Richtung Rhein, liegt dort einer der größten Plätze Kölns. Im Mittelalter ein bedeutender Handelsmarkt blieb der Heumarkt über viele Jahrhunderte hinweg einer der wichtigsten öffentlichen Plätze der Stadt und von prachtvollen Giebelhäusern reicher Kaufleute und Handwerker umgeben. Dass er einmal zu den schönsten in Mitteleuropa zählte, ist schwer vorstellbar, seitdem er von der Auffahrt zur Deutzer Brücke geteilt wird. Das Reiterdenkmal Friedrich Wilhelms III. von 1878, umgeben von einem illustren Personenkreis lebensgroßer Figuren wie die Gebrüder Humboldt, Friedrich Hegel, Ludwig van Beethoven, Karl Friedrich Schinkel oder die Kunstsammler Gebrüder Boisserée, erinnert an die Eingliederung des Rheinlandes in den Großstaat Preußen.

Duftmuseum im Farina-Haus

Gegenüber dem Wallraf-Richartz-Museum liegt das Haus, in dem das Eau de Cologne seinen Anfang nahm. In seiner kleinen Parfümfabrik am ehemaligen Jülichplatz hatte der Italiener Johann Maria Farina 1708 den Duft entwickelt, der für ihn wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen, mit Orangen, Zitronen, Pampelmuse und Bergamotte, Cedrat, die Blüten und Kräuter seiner Heimat anmutete. Sehr schnell sollte dieser Duft zu einem begehrten Produkt in der Welt der Reichen und Schönen werden, die – wie im Rokoko üblich – ein Parfüm dem Waschlappen vorzogen. Mehr über die Erfolgsgeschichte des Eau de Cologne erfahren Sie im Duftmuseum, das durch drei Jahrhunderte Duft- und Kulturgeschichte führt.

Obenmarspforten 21
Mo-Sa 10-19 Uhr, So 11-17 Uhr, Besuch nur im Rahmen einer Führung möglich
Tel. 0221/3998994
www.farina-haus.de