Am Rhein entlang

Reiseführer Köln – Rhein, Brücken, Bötchen und ein Schokoladenmuseum

Der dritte Tag – Am Rhein entlang

Der Spaziergang führt vom Heumarkt vorbei an romanischer Architektur und Malerei in Kölns jüngstes Viertel, den neu gestalteten und umstrukturierten Rheinauhafen, und von dort auf die andere Rheinseite.

Spaziergang durch das neue Hafenviertel

Das neue Viertel am Rhein mit Büros und Wohnungen bietet eine gelungene Kombination von denkmalgeschützten Gebäuden und moderner Architektur: Zwischen den ehemaligen Lager- und Zollhallen der Rheinauhalbinsel ragen die drei Kranhäuser von Hadi Teherani in die Höhe, die zu den architektonischen Highlights gehören.

Mit ihrer markanten Form erinnern die gläsernen Hochhäuser an die Lastkräne im alten Hafen und bereichern die städtische Silhouette. Vorbei an der Rheinbastion und dem Kontorgebäude spazieren Sie zu einem der Wahrzeichen der Stadt. Heute sind die historischen Speichergebäude, die wegen ihrer markanten Dachgiebel im Volksmund Siebengebirge heißen, ein begehrtes Wohnobjekt. Dahinter liegt das moderne Kap am Südkai, das mit seinen zehn Geschossen und dem Dachgarten die südliche Hafenspitze markiert.

Eines der alten städtischen Wahrzeichen ist der Bayenturm, ein mittelalterlicher Wehrturm – heute Sitz der Stiftung FrauenMediaTurm – mit dessen Erstürmung 1262 die Kölner Bürgerschaft erneut gegen die Vorherrschaft des Erzbischofs aufbegehrte. So heißt es denn auch im Volksmund: Wer den Turm hat, hatte die Macht. Nächster Blickfang ist das neoromanische Hafenamt aus rotem Backstein mit dem quadratischen Uhrenturm, in dem heute die HGK Häfen und Güterverkehr Köln AG residiert.

Das Schokoladenmuseum

Blickfang ist der große Glaspalast, der wie ein Schiffsbug anmutet und mit dem alten Zollgebäude des Hafens zu einer kunstvollen Einheit verschmolzen wurde. 1993 verwirklichte Hans Imhoff, Inhaber der Schokoladenfabrik Stollwerck, hier seinen „süßen Traum“. Auf drei Ebenen erfährt der Besucher alles zum Thema „Kakao und Schokolade“.
Am Schokoladenmuseum 1 a, Tel. 0221/9318880, Di-Fr 10-18 Uhr, Sa-So 11-19 Uhr
www.schokoladenmuseum.de

Rheinauhafen

Über eine hydraulische Drehbrücke führt der Weg vorbei am Malakoffturm, einem Teil der preußischen Stadtbefestigung, in Kölns neues städtebauliches Highlight, den Rheinauhafen. Hier, wo vor über 100 Jahren noch Getreide und Holz auf Lastschiffe geladen wurden, ist ein attraktives Viertel für Wohnen, Arbeiten und Kultur mit einem faszinierenden Wechselspiel von alter und moderner Architektur entstanden. Überall begegnet die Kombination von historischen Materialien wie Natursteinpflaster, alten S chienensträngen und restaurierten Hafenkränen mit großformatigen Betonplatten, Glas, Stahl und einer anspruchsvollen Lichtgestaltung, wobei der ursprüngliche Hafencharakter trotz des neuen Erscheinungsbildes nicht verloren geht.

Deutsches Sportmuseum

Wen die süße Welt der Schokolade nicht lockt, der braucht nur ein paar Schritte weiter zu gehen und kommt zum Deutschen Sport- und Olympiamuseum. In der denkmalgeschützten Zoll- und Lagerhalle 10 direkt an der Rheinuferpromenade werden auf etwa 2.000 Quadratmetern Ausstellungs- und Aktionsfläche die verschiedenen Aspekte der nationalen, internationalen und olympischen Sportgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart dokumentiert. Ein eigener Raum ist dabei dem Thema Trendsport gewidmet.

Im Zollhafen 1, Tel. 0221/336090, Di-Fr 9-18 Uhr, Sa-So 11-19 Uhr
www.sportmuseum-koeln.de

Das Overstolzenhaus

In der Rheingasse steht ein romanisches Haus, das als einziges von den imposanten mittelalterlichen Patrizierhäusern überdauert hat und heute Sitz der Kunsthochschule für Medien ist. Die reiche Gliederung der fünfachsigen Fassade mit den vier Speichergeschossen im Stufengiebel zeugt vom Repräsentationswillen der durch Weingeschäfte reich gewordenen Kaufmannsfamilie Overstolz. Diese hatte das Haus um das Jahr 1220/30 als repräsentativen Familiensitz erbauen lassen – wie damals in den Kreisen der Patrizierfamilien üblich, als Wohn- und Geschäftshaus zugleich.

Rheingasse 8
Mo-Do 10-18 Uhr, Fr 10-15 Uhr
www.khm.de

Das Kunsthaus Rhenania

An der Rückseite des Yachthafens liegt das Kunsthaus Rhenania: In dem ehemaligen Speicherhaus arbeiten 50 Künstler verschiedener Nationen in vielen interdisziplinären Projekten miteinander. Unkonventionell ist die Architektur des RheinauArtOffice, in das Microsoft eingezogen ist: Zwei parallele Fassadenbänder verbinden die getrennten Gebäudeteile und fassen die transparenten Glasfassaden ein, sodass durch die selbsttragenden Bänder eine Konstruktion ohne Zwischenwände entstanden ist. Das Thema Kunst begegnet wieder im art'otel am Ende des Yachthafens, das mit Werken der jungen koreanischen Künstlerin SEO, einer Meisterschülerin von Georg Baselitz, ausgestattet ist.

St. Maria Lyskirchen

Auf dem Weg zum Rhein liegt noch diese kleine Kirche, die wie keine andere eng mit dem Rhein verbunden ist. Erbaut wurde das Gotteshaus um 1210/20 unmittelbar hinter der Stadtmauer in einer kleinen Fischer- und Schiffervorstadt. Bis 1868 stand in einer Nische der Außenmauer die spätgotische Schiffermadonna (heute im nördlichen Seitenschiff) und grüßte die vorüberfahrenden Schiffer. Im Innern haben farbenprächtige Wand- und Gewölbemalereien aus dem 13. Jahrhundert weitgehend unbeschädigt und mehrfach restauriert die Jahrhunderte überdauert.
An Lyskirchen 12
Mo-Sa 9-18 Uhr, So 10-16 Uhr
www.lyskirchen.com

St. Maria im Kapitol

Ausgangspunkt ist der Heumarkt, von wo sich ein Abstecher in eine der ältesten und größten romanischen Kirchen Kölns lohnt, die an der Stelle des römischen Kapitoltempel steht (1065). Durch die großartige Verbindung von dreischiffigem Langhaus und Kleeblattchor – der erste im Rheinland nach dem Vorbild der Geburtskirche in Bethlehem – sollte sie wegweisend für die rheinische Romanik werden. Im Innern finden sich Kleinode wie die holzgeschnitzten Türflügel, die – ursprünglich farbig gefasst – vom Leben und der Passion Christi erzählen. Zu den Kuriositäten im Innern zählt die sogenannte Rippe Mariens, die in Wirklichkeit aus dem Brustkorb bzw. Kiefer eines Grönlandwals stammt, der sich während des Pleistozäns in den Rheinarm verirrt hatte. Nicht vergessen: Außen am Marienplatz steht das Dreikönigenpförtchen, durch das 1164 die Reliquien der Heiligen Drei Könige in die Stadt getragen wurden.
Marienplatz 19
Mo-Sa 9-18 Uhr, So 11.30-17 Uhr
www.maria-im-kapitol.de