München: 200 Jahre Biergarten
2012 feiert eine echte bayerische Institution Geburtstag: der Biergarten. Dass es in München davon so viele gibt, hängt mit den Bierausschänken im 16. Jahrhundert zusammen. Weil die bayerische Brauordnung von 1539 festlegte, dass Bier nur noch zwischen den Festtagen Michaeli (29. September) und Georgi (23. April) gebraut werden durfte, legten die Bierbrauer für eine kühle Lagerung des Bieres im Sommer tiefe Vorratskeller an und pflanzten als Sonnenschutz große Kastanien. Schon bald stellten sie Tische und Bänke auf und verkauften das Bier zum Ärger der Wirte direkt an die Bevölkerung. König Ludwig I. genehmigte schließlich 1830 diesen Ausschank, verbot aber den Verkauf von Speisen. Und deshalb darf man heute noch im Biergarten seine eigene Brotzeit mitbringen ...
Willkommen in München ...
… der bayerischen Landeshauptstadt, die so vielfältig ist, dass man niemals genau weiß, ob man sich in einer Metropole oder in einem Millionendorf aufhält. Mal präsentiert sie sich als prunkvoll gestylte Weltstadt, mal bietet sie beschauliche Idylle. Mal ist sie knallbunt und schrill, mal blau-weiß kariert. Aber egal, ob Komödienstadl oder Opernfestspiele, Maximilianstraße oder Schwabing, Bräuhaus oder Szeneclub, Weißwurst oder Nouvelle Cuisine, es sind gerade diese Wechselbäder und vielen Gesichter, die die Stadt an der Isar so lebendig machen und zu immer neuen Entdeckungen einladen.
Mehr als 700 Jahre war München Residenzstadt der Wittelsbacher, deren prachtvolle Boulevards, triumphale Bögen und repräsentative Bauten das Stadtbild noch heute prägen. Aber auch die Moderne hat Einzug gehalten und mit Olympiapark, BMW Vierzylinder, SiemensForum oder Allianz Arena deutliche Akzente gesetzt. Diese Mischung von Tradition und Moderne ist auch in der Kunst zu finden: Ludwig I. schuf am Königsplatz ein antikes Forum und gründete zugleich mit der Neuen Pinakothek das erste Museum für zeitgenössische Kunst weltweit. Um 1900 wurde München mit Simplizissimus, Jugend und Blauem Reiter zum Künstlermekka und jetzt im 21. Jahrhundert ist mit dem Bau der Pinakothek der Moderne und des Museums Brandhorst ein Museumsareal entstanden, das vielerorten seinesgleichen sucht.
In Minga, wie die Stadt liebevoll genannt wird, gilt es neben Kunst und Kultur vor allem auch bayerische Lebensfreude zu genießen: Und das ist mehr als nur Oktoberfest! Markenzeichen sind die Biergärten, die als kleine Oasen inmitten des städtischen Trubels den Alltag vergessen lassen. Sie gehören zur Stadt wie die Weißwurst zum Bier und verleihen ihr jenen mediterranen Flair, der ihr den Ruf als nördlichste Stadt Italiens einbrachte. Und nirgends anders als hier wird die Devise der Münchner „Leben und leben lassen“ so offenbar, die die Stadt so anziehend macht.



