Museumsinsel

Reiseführer Berlin – Die Museumsinsel

Am dritten Tag – Schätze der Stadt

Einmal die schönste Frau der Antike zu bewundern und ein Stadttor der „sieben Weltwunder der Antike“ zu betrachten, das gehört beim Besuch des weltweit einzigartigen Museumsensembles zum Programm.

Museumsinsel

Der Blickfang am Lustgarten ist die klassizistische Fassade des Alten Museums. Mit seiner 18-säuligen Vorhalle bildet der Bau – nach der Schinkel’schen Planung einst das Pendant zum Stadtschloss – das Entree zur Museumsinsel und beherbergt die Antikensammlung. Dahinter schließt sich das Neue Museum an und östlich erhebt sich das tempelartige Gebäude der Alten Nationalgalerie, das Skulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts präsentiert. Beide wurden von Friedrich August Stüler, einem Schüler Schinkels errichtet. Auf das von Alfred Messel entworfene Pergamonmuseum folgt an der nördlichen Spitze der Museumsinsel das Bode-Museum, in dem die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst und das Münzkabinett untergebracht sind. Als neues Eingangsgebäude wird die James-Simon-Galerie zwischen Kupfergraben und dem Neuen Museum dienen. Nach dem Entwurf des Architekten David Chipperfield knüpft das Bauwerk an das historische Motiv der Stüler’schen Kolonnaden an, nimmt dadurch Bezug auf das angrenzende Pergamonmuseum und fügt sich damit auf harmonische Weise in das historische Ensemble ein.

Tel. 030/266424242
Haltestelle Friedrichstraße,
Hackescher Markt
www.museumsinsel-berlin.de

Lustgarten

Vor dem Besuch der Museumsinsel lädt die Parkanlage vor dem Alten Museum zum Verweilen ein. Besondes bei schönem Wetter wird sie ihrem Namen gerecht, wenn sich die Menschen auf der Wiese oder den Bänken sonnen. Dies ist erst seit Kurzem möglich, denn sowohl Nazis als auch SED hatten die alte Anlage planieren lassen und für Aufmärsche und Kundgebungen genutzt. Blickfang ist eine 70 Tonnen schwere Granitschale, die 1831 aus einem eisenzeitlichen Findling geschlagen wurde.

Humboldt-Box

Ein Bauwerk fehlt in Berlins historischer Mitte: das Stadtschloss, das 500 Jahre lang als Residenz der Hohenzollern nicht nur das Stadtbild, sondern auch preußische Geschichte bestimmte. 1950 hatte die SED den im Krieg beschädigten Bau dem Erdboden gleichmachen lassen. Einzig ein Portal, 1964 in das ehemalige Staatsratsgebäude integriert, blieb als Erinnerung. Inzwischen ist der asbestverseuchte Palast der Republik abgerissen und der Neubau des Humboldt-Forums am Standort des Stadtschlosses beschlossen. Über die Inhalte des Humboldt-Forums, die Gestaltung des Schlossplatzes und den Fortgang des Bauprojekts informiert die neue Humboldt-Box.

Eine Museumsinsel entsteht

Als Schinkel im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. 1823 mit dem Bau des Alten Museums begann, konnte er nicht ahnen, damit den Grundstein zu einer weltweit einmaligen Museumslandschaft gelegt zu haben. Nach den Vorstellungen des königlichen Nachfolgers Friedrich Wilhelm IV. sollte die ganze Spree-Insel hinter dem Museum als modernes Arkadien an der Spree zu einer Freistätte für Kunst und Wissenschaft ausgestaltet werden und nur ein Jahrhundert später waren diese Pläne Wirklichkeit geworden: Das Neue Museum (1843-1855) und die Alte Nationalgalerie (1866-1876) jener Zeit waren vollendet, das Bode-Museum (1904) mit seiner prägnanten Kuppel und das Pergamonmuseum (1909-1930) hinzugekommen.

Neues Museum

Ein besonderes Architekturerlebnis verspricht der Besuch des Neuen Museums: Den spätklassizistischen Bau von Friedrich August Stüler, den der Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs als Torso zurückließ, hat der britische Architekt David Chipperfield behutsam restauriert und in die moderne Architektursprache eingebettet. [mehr]

Pergamonmuseum

Noch in der Sanierungsphase befindet sich das Pergamonmuseum: Die Dreiflügelanlage wird nach dem Entwurf von Oswald Mathias Ungers bis 2019 um einen vierten Flügel ergänzt, der einen Hauptrundgang schafft und so die monumentale Architektur des Ägyptischen und des Vorderasiatischen Museums, der Antikensammlung und des Museums für Islamische Kunst zu einem Gesamtbild vereinigt. Ein Besuch dieses Hauses gehört zu den Höhepunkten, denn hier gibt es Meisterwerke, wohin man auch schaut: Der Saal mit der monumentalen Altararchitektur des Pergamonaltares aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. ist bis 2019 geschlossen. Dafür lockt das riesige Markttor von Milet als eine der Glanzleistungen römischer Architektur in Kleinasien. Nicht minder imposant sind die riesigen, in leuchtenden Farben gehaltenen Rekonstruktionen babylonischer Prachtbauten: Prozessionsstraße, Ischtartor und Thronsaalfassade des Königs Nebukadnezar II. (604–562 v. Chr.) mit ihren glasierten Ziegeln und reichem Skulpturenschmuck.

Besuchereingang: Bodestraße 1-3
Fr-Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr
www.smb.museum/home.html

Bewundern sie die schönste Frau der
Antike

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