Haus der Geschichte

Das Haus der Geschichte in Bonn

Die Geschichte von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

Ob Nachkriegszeit, Gastarbeiter oder Wiedervereinigung, hier spazieren Sie durch mehr als 60 Jahre deutscher Politik-, Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte.

„Für die einen Befreiung und Hoffnung, für die anderen Niederlage, Ernüchterung, Angst. Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 endet der von Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg.“ Damit beginnt die Geschichte Deutschlands, die dieses einzigartige Museum auf über 4.000 Quadratmetern mit mehr als 7.000 Ausstellungsstücken und 150 Medienstationen lebendig werden lässt.

Und es gibt kaum ein Thema, das dabei ausgelassen wird. Anhand von Erfassungskarten für Rückgeführte in die französische Zone oder einer Trümmerputzmaschine werden die harten Nachkriegsjahre erfahrbar. Die Exponate verdeutlichen, wie schon bald mit der Berlinkrise von 1948/49 zwei deutsche Staaten entstehen und eine höchst unterschiedliche Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten nehmen.

 

 

 

 

 

 

Sie sind eingeladen, in einer Nachbildung des alten Sitzungssaals Platz zu nehmen, wie es einst die Abgeordneten des Deutschen Bundestages von 1949 bis 1987 taten. Ein russischer Panzer verweist auf die Zeit des Kalten Krieges, aus der Originalsteine der Mauer oder eine Geheimkamera in einem Buch zu sehen sind. Und die ehemalige Gedenktafel am Deutschen Haus auf dem Bremer Rathausplatz erinnert daran, dass die deutsche Einheit nie aufgegeben wurde: „Gedenke der Brüder, die das Schicksal der Trennung tragen.“

Spazieren Sie ins Kino der 1950er-Jahre oder in die Eisdiele mit Musikbox, die für die Zeit des westdeutschen Wirtschaftswunders in den 1950er- und 1960er-Jahren stehen. Der VW-Käfer mit Brezelfenster und Trittbrettern von 1950, die berühmte Vespa der italienischen Firma Piaggio oder das Doppel-M der Leipziger Messe sind nur einige Beispiele aus dieser Zeit, in der mit der sozialen Marktwirtschaft eine neue Wirtschaftsordnung als Verbindung von freier Wirtschaft und sozialem Ausgleich entsteht. 

Lesen Sie, wie sich John F. Kennedy 1963 auf einer Textkarte in Lautschrift seinen berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“ notierte, und lassen andere historische Ereignisse wie den Mauerbau, die Studentenproteste von 1968, die erste bemannte Mondlandung von 1969, den Friedensnobelpreis an Willy Brandt 1971 oder das Attentat während der Olympischen Sommerspiele von 1972 in München an sich vorbeiziehen und erinnern Sie sich an die neue politische Bewegung der Grünen in den 1970er-Jahren, an den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung.

Wer die Entwicklung vom Schrebergarten bis zur Grünanlage der Gegenwart sehen möchte, spaziert durch den Museumsgarten hinter dem Haus. Noch mehr Geschichte finden Sie im Untergeschoss, wo die Reste eines gut erhaltenen römischen Kellers aus dem 2. Jahrhundert liegen, der wahrscheinlich zu einer Taverne im „vicus bonnensis“ gehörte.

Adresse

Haus der Geschichte
Willy-Brandt-Allee 14
Di-Fr 9-19 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr
www.hdg.de

Mach mal Pause

Ob Sie von der Kanzler- oder der Regionalkarte wählen, das Café im Haus der Geschichte ist immer gut für eine Pause nach dem Museumsbesuch.

Willy-Brandt-Allee 14
Di-Fr 9-19 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr