Bootstour

Das Tor zum romantischen Rhein

Bonn und Umgebung vom Wasser aus

Ob Sie das sagenumwobene Siebengebirge mit Drachenfels, den Rolandsbogen, die Pfeiler der berühmten „Brücke von Remagen“ oder das fachwerkbunte Linz sehen möchten, eine Fahrt über den Rhein gehört unbedingt zum Bonnbesuch.

 

 

Bootstour zur Rheinromantik

In Bonn, wo vor 200 Jahren Künstler und Intellektuelle zu ihren Studienreisen aufbrachen und durch ihre begeisternden Reisebeschreibungen, Dichtungen und Kunstwerke die Menschen in den Bann der Rheinromantik zogen, beginnt eines der schönsten Teilstücke des Rheins. Und so sollten Sie nicht verpassen, auf der Siebengebirgstour bis nach Linz malerische Städtchen, prachtvolle Villen und eine agenhafte Natur an sich vorbeiziehen zu lassen. Wenn Sie möchten, können Sie an jeder Haltestelle aussteigen und Ihren Lieblingsort besuchen.

Startpunkt

Von der Anlegestelle Alter Zoll geht es in Richtung Regierungsviertel und Sie können einen Blick in den Garten der Villa Hammerschmidt werfen. Hinter der Konrad-Adenauer-Brücke liegen rechtsrheinisch kurz vor der Anlegestelle Oberkassel das Kameha Grand Hotel und die Rohmühle. Vorbei geht es am schlossartigen Haus Carstanjen, das bis zu seiner Auflösung im Jahr 1969 das Bundesschatzministerium beherbergte. Das Gebäude wird heute von der UNO genutzt.

Bad Godesberg

Nach dem rechtsrheinschen Stadtteil Niederdollendorf passieren Sie Bad Godesberg, wo die schönen Gründerzeitvillen und Rheinresidenzen zu einem Spaziergang durch die diplomatische Vergangenheit des Stadtbezirks einladen. Gegenüber vom geschichtsträchtigen Rheinhotel Dreesen, in dem sich schon Greta Garbo, Gustav Gründgens oder Marlene Dietrich erholt haben, breitet sich das Siebengebirge aus. Sie sehen den Petersberg mit dem Gästehaus der Bundesregierung und den sagenumwobenen Drachenfels mit der Burgruine.

Die Godesburg

Weithin sichtbar überragt der 39 Meter hohe Bergfried der Godesburg-Ruine den gleichnamigen Stadtteil. 1210 als eine der ersten Höhenburgen am Rhein vom Kölner Erzbischof Dietrich I. errichtet, war die Godesburg über viele Jahrzehnte Lieblingssitz der Kölner Erzbischöfe, bis sie 1583 im Truchsessischen Krieg in die Luft gesprengt wurde. Nachdem sie in der Blüte der Rheinromantik zu neuem Ansehen gekommen war, ist sie heute zu einem Restaurant umgebaut. Vom Turm aus bietet sich dem Blick ein wunderbares 360-Grad-Panorama über das Rheintal bis hin zur Kölner Bucht und zum Siebengebirge.

Auf dem Godesberg 5
Mi-So 10-18 Uhr (Apr.-Okt.)

Die Godesberger Redoute

Im Kurort Bad Godesberg, dessen Mineralquellen schon die Römer zu schätzen wussten, lädt der Redoutenpark mit seinen sechseinhalb Hektar im Stile englischer Landschaftsparks zum Spaziergang ein. Hier hat Kurfürst Max Franz von 1790 bis 1792 ein spätklassizistisches Ballhaus errichten lassen, in dem die Hofgesellschaft ihre Maskenbälle feierte. Dieser dreiflügelige Bau, in dem 1792 der junge Beethoven vor Joseph Haydn musizierte und 1793 die Uraufführung der Zauberflöte stattfand, diente später als Spielbank, Clubhaus der französischen Besatzer und Ort für Staatsempfänge. Heute wird die Redoute als Veranstaltungsort genutzt, während im angrenzenden Gärtnerhaus, dem Redüttchen, ein Restaurant untergebracht ist.

Anlegestelle Königswinter

Hier können Sie per Zahnradbahn den Ort, an dem Siegfried der Sage nach den Drachen tötete, und das im neugotischen Stil errichtete Schloss Drachenburg besuchen (11-18 Uhr, Apr.-Okt.) oder Ihre Tour ins Siebengebierge starten (www.drachenfels.net).
Alternativ kann man in dem Winzerort das Siebengeburgsmuseum besichtigen (Kellerstraße 16, Di-Fr 14-17 Uhr, Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr, www.siebengebirgsmuseum.de)
oder sich von der heimischen Unterwasserwelt im Sealife verzaubern lassen.
Rheinallee 8
10-17 Uhr (Okt.-März); 10-18 Uhr (Apr.-Sept.)
www.visitsealife.com

Bad Honnef

Das Städtchen ist gegenüber der Insel Nonnenwerth gelegen und wegen seines milden Klimas auch als rheinisches Nizza bekannt. Hier können Sie über die Anlegestelle auf der Insel Grafenwerth in den Stadtkern gelangen. Die eleganten Jugendstilvillen und Parks erinnern an die Zeiten, als Könige hier zur Kur weilten. Besuchen Sie das Haus des Bundeskanzlers Konrad Adenauer im malerischen Stadtteil Rhöndorf, das heute eine Dauerausstellung über den Bundeskanzler und seine Zeit präsentiert.
Konrad-Adenauer-Straße 8 c
Di-So 10-16.30 Uhr (Okt.-Apr.)
10-18 Uhr (Mai-Sept.)
www.adenauerhaus.de

Anlegestelle Rolandseck

Linksrheinisch sehen Sie den Rolandsbogen, das einzig verbliebene Burgfenster der Burg Rolandseck hoch oben am steilen Abhang des Rodderberges. Wie kaum ein anderes Denkmal ist der Rolandsbogen Sinnbild der Rheinromantik, wurde er doch dank des legendären Spendenaufrufs in der Kölnischen Zeitung durch den jungen Romantikdichter Ferdinand Freiligrath wieder aufgebaut. Von Rolandseck aus können Sie zum Rolandsbogen aufsteigen und von der Terrasse des Restaurants einen der schönsten Blicke auf das Rheintal genießen. Lohnen tut auch ein Besuch des Arp Museums oder ein Spaziergang durch den Wildpark.

10-18 Uhr (März-Nov.)
www.wildpark-rolandseck.de

Siebengebirge

Ob es die sieben Riesen waren, die der Legende nach einer Stadt den Zugang zum Rhein verschaffen solten, nach getaner Arbeit ihre verschmutzten Spaten abklopften und so die sieben Berge schufen oder ob das Wort „Siefen“ als Bezeichnung für feuchte Bachtäler namensgebend für das Gebirge vulkanischen Ursprungs war, weiß man nicht. Jedenfalls ist das Mittelgebirge rechts des Rheins im Südosten von Bonn mit seinen 42 Hügeln das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands, durch dessen bewaldete Hügellandschaft mehr als 200 Kilometer Wanderwege führen.
www.siebengebirge.com

 

Arp Museum

Am Bahnhof Rolandseck hat man besonders vom Wasser aus einen bestechenden Blick auf das Arp Museum, das als eines der schönsten Kunstmuseen im Rheinland gilt. Seine spektakuläre Anmutung resultiert aus der Synthese des klassizistischen Bahnhofs Rolandseck und dem eleganten weißen Neubau von Stararchitekt Richard Meier. Wer hier einen Stopp einlegt, kann den wunderbaren Ausblick auf den „Romantischen Rhein“ und das Siebengebirge genießen und zugleich die modernen Werke von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp, einem der bedeutendsten Künstlerpaare des 20. Jahrhunderts, besichtigen. Außerdem locken die Ausstellungen internationaler zeitgenössischer Künstler und hochkarätige Gemälde Alter Meister aus der Sammlung Rau für UNICEF.

Hans-Arp-Allee 1
Di-So 11-18 Uhr 
www.arpmuseum.org

Anlegestelle Unkel

Nachdem Sie das rechtsrheinische Weinstädtchen, Wohnsitz des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt, und auf der gegenüberliegenden Seite Schloss Marienfels passiert haben, kündigt die Wallfahrtskirche St. Apollinaris, ein neugotischer Bau des Kölner Dombaumeisters Zwirner mit Fresken der Nazarener, die nächste Station an.

Apollinarisberg 4
9-18 Uhr
www.apollinariskirche-remagen.de

Remagen

Rheinpromemade, Römisches und Friedensmuseum und vieles mehr laden hier zum Besichtigen ein.

Die Brücke von Remagen: Die beiden Brückenpfeiler erinnern noch heute an die Eisenbahnbrücke, die durch den gleichnamigen Kriegsfilm von 1969 über den legendären ersten Rheinübergang weltberühmt wurde. 1918 während des Ersten Weltkrieges aus militärstrategischen Gründen als Ludendorff-Brücke mit einer Gesamtlänge von 398 Metern errichtet, hatten die amerikanischen Truppen am 7. März 1945 hier erstmals den Rhein überquert. Zehn Tage später stürzte die Brücke als Folge der nicht erfolgreichen deutschen Sprengversuche und Überlastung ein. Heute ist im Brückenpfeiler auf der Remagener Seite das Friedensmuseum Brücke untergebracht, während sich im rechtsrheinischen Pfeiler bei Erpel eine seismografische Station befindet.

Friedensmuseum Brücke von Remagen
10-18 Uhr (Mai-Okt.)
10-17 Uhr (Nov.-März)
www.bruecke-remagen.de

 

Letzte Anlegestelle Linz

Linz ist wegen der vielen farbigen Fachwerkhäuser auch als bunte Stadt am Rhein bekannt. Hier locken ein Besuch der Burg Linz mit Folterkammer und römischer Glashütte (10-18 Uhr, Apr.-Dez.; Sa-So 10-18 Uhr, Jan.-März, www.linz-burg.de) sowie die Fahrt mit der Kasbachtal-Bahn (www.kasbachtalbahn.de) über die Steilstrecke an der Burg Ockenfels und der Brauerei Steffens vorbei bis nach Kalenborn.