Kunstmuseum

Das Kunstmusem Bonn

Wie Licht eine Sammlung zum Leben bringen kann, welche Ziele die Rheinischen Expressionisten verfolgten und wie sich die deutsche Kunst nach 1945 entwickelt hat, erfahren Sie beim Besuch des Kunstmuseums.

Bevor Sie das Kunstmuseum betreten, nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit für die Architektur. Wellen und Windungen, große Fensterflächen und unregelmäßig gruppierte Säulen bestimmen die Außenansicht. Innen kennzeichnet ein fließendes Raumkonzept mit einer theatralischen halbkreisförmigen Treppe im Zentrum den 1992 von Axel Schulte entworfenen Bau. Wegen seiner Offenheit und Lichtführung gilt er als einer der wichtigsten Museumsneubauten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Schon von Weitem ist die Skulptur „In Seven Days Time“ von Katharina Grosse neben dem Eingang zu sehen. Sie leitet den Besucher in das Museum, das sich im Erdgeschoss der Kunst August Mackes widmet. Ob Gemälde seiner Liebe Elisabeth oder seines Bonner Umfeldes, der urwüchsigen Natur rund um den Thuner See oder des Lichtes von Tunis, die Bonner Sammlung zählt zu den umfangreichsten mit Gemälden aus allen Schaffensphasen des Künstlers. An Werken wie „Selbstporträt mit Hut“, „Marienkirche“ oder „Der Seiltänzer“ kann man sehen, wie Macke Farbe und Licht als Gestaltungs- und Ausdrucksmittel genutzt hat. Dabei hat er sich stets mit den künstlerischen Strömungen wie Impressionismus, Fauves oder Kubismus seiner Zeit auseinandergesetzt und damit experimentiert. 

Auf seine Initiative kam es 1913 zur Ausstellung Rheinischer Expressionisten, die den Anspruch auf ein weiteres Zentrum deutscher Kunst im Westen neben der Brücke in Dresden und Berlin und dem Blauen Reiter in München unterstrich. Beim Spaziergang durch die Sammlung gewinnt man einen guten Überblick über diese avantgardistische Künstlergruppe, zu denen Heinrich Campendonk, Heinrich Maria Davringhausen, Paul Adolf Seehaus und der junge Max Ernst zählten.

Einem ganz anderen Schwerpunkt widmet sich der zweite Sammlungsteil im Obergeschoss. Unter dem Titel Wasserstandsmeldung, benannt nach der Installation Reinhard Muchas von 1986, wurden die Räume aus Anlass des 20-jährigen Museumjubiläums neu inszeniert worden. In Räumen, die jeweils einem Künstler gewidmet sind und dessen unverwechselbare Handschrift veranschaulichen, lassen sich hier die vielfältigen künstlerischen Tendenzen in der deutschen Kunst nach 1945 verfolgen.

Nicht minder spannend ist die Grafische Sammlung, die neben den Multiples von Joseph Beuys die Künstlerbücher von Max Ernst, Papierarbeiten von Gerhard Richter oder Druckgrafik von Eduardo Chillida zeigt. Und das in immer neuer Kombination, da solche Kunstwerke aus Gründen des Lichtschutzes nur für eine kurze Zeit ausgestellt werden dürfen.

Nicht verpassen sollten Sie die Installation Odeon, ein raumgreifende begehbare architektonische Skulptur des Münchener Künstlers Stefan Eberstadt. Hier finden Sie auch eine Videosammlung wie in kaum einem anderen deutschen Museum. Dank der Sammlung der Kölner Galeristin und Mäzenin Ingrid Oppenheim sind hier Experimentalstreifen von Pionieren der Videokunst wie Joan Jonas, Alan Kaprow, Dennis Oppenheim, Peter Campus, Les Levine, Klaus vom Bruch, Marcel Odenbach oder Ulrike Rosenbach zu sehen.

 

 

Adresse

Friedrich-Ebert-Allee 2
Haltestelle Heussallee/Museumsmeile
Di, Do-So 11-18 Uhr, Mi 11-21 Uhr
www.kunstmuseum-bonn.de