Speicherstadt und HafenCity

Reiseführer Hamburg – Speicherstadt und Hafencity

Der erste Tag – Maritimes Stadtfeeling

Vom Herzen des alten Freihafens, wo einst Tee, Kaffee, Gewürze und Teppiche lagerten, führt der Weg vorbei an alten Speichern und malerischen Fleeten zum futuristischen Projekt der HafenCity, dem neuen maritimen Stadtteil mit innovativer Architektur und schönen Terrassen.

Speicherstadt

An der Kornhausbrücke (Haltestelle Meßberg, Brandstwiete) startet der Spaziergang durch die historische Speicherstadt, dem weltgrößten zusammenhängenden Lagerhauskomplex, seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Mit ihren malerischen Bauten, den kleinen Brücken und schmalen Fleeten zählt sie zu den schönsten Teilen der Hafenbesichtigung. Wie bei der Backsteingotik norddeutscher Hansestädte beleben Treppengiebel, Türmchen, Windenerker und Spitzbögen die Bauten und sind diese mit farbigen Ziegelbändern, keramischen Ornamenten und Glassteinen verziert. Wer einmal die grünen Glassteine im Sonnenlicht hat glitzern sehen oder die kunstvolle Beleuchtung am Abend genossen hat, versteht, weshalb diese Architektur als Sinnbild hanseatischer Wirtschaftskraft galt. Alle Bauten der Speicherstadt ruhen auf Eichenpfählen, die tief in den Elbschlick gerammt sind, und können von der Land- und Wasserseite beladen werden, wobei die Waren mittels einer Seilwinde auf die Böden (Stockwerke) gebracht werden. [mehr]

HafenCity

Am Brooktorkai beginnt der neue Stadtteil, der mit elf Quartieren auf 157 Hektar Fläche Europas größtes innerstädtisches Entwicklungsprojekt ist. Weil sich durch den Ausbau des Containerhafens das Umschlaggeschäft immer weiter in die modernen Anlagen südlich der Elbe verlagert hatte, beschloss man 2008, die citynahen Hafenbecken und Kaianlagen wieder für die Innenstadt zu nutzen. Bis 2025 wird hier ein Viertel mit einer urbanen Mischung aus Wohnen, Dienstleistung, Freizeit, Tourismus und Handel entstehen.

Traditionsschiffhafen

Flanieren Sie unbedingt über die geschwungene Pontonanlage am historischen Sandtorhafen. Hier liegen historische Schiffe wie der fast 100 Jahre alte Dampfeisbrecher „Elbe“ mit seinem kohlegefeuerten Kessel und andere bedeutungsvolle Traditionssegler, Dampfschiffe, Yachten und Barkassen vor Anker.

Elbphilharmonie

Zu den eindrucksvollsten Projekten der HafenCity gehört die Konzerthalle, die nach dem Entwurf der Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron bis 2017 auf dem Kaispeicher A an der Spitze des Kaiserkais errichtet wird. Die Elbphilharmonie, deren Konzertsaal zu den zehn besten der Welt gehören soll, wird schon jetzt als neues Wahrzeichen der Hansestadt gehandelt. Geplant ist ein gläserner Aufbau in geschwungener Wellenform, der getrennt durch eine Plaza über dem mächtigen Kubus des Kaispeichers schweben und neben den Konzertsälen ein 5-Sterne-Hotel und Wohnungen beherbergen wird.

www.elbphilharmonie.de

Infocenter der HafenCity

Wer mehr über die Entwicklung der HafenCity wissen möchte, findet detaillierte Informationen im historischen Kesselhaus. In der ehemaligen Energiezentrale der Speicherstadt zeigt das große Modell immer ganz aktuell, wie weit die Projekte zwischen Elbbrücken und Kehrwiederspitze gediehen sind.

Am Sandtorkai 3.
Di-So 10-18 Uhr
Eintritt frei
www.hafencity.com

Strandkai

Wer ein Kreuzfahrtschiff vor Anker liegend sehen möchte, geht über die Busanbrücke vorbei am Störtebeker-Denkmal durch das Überseequartier zum Strandkai. Hier liegt Hamburgs temporäres Kreuzfahrtterminal, an dem auch die Queen Mary und die AIDA-Flotte festmachen. Aus aufeinandergesetzten Überseecontainern und großen Glasflächen erbaut, über denen ein Dach in Form eines weißen Segels schwebt, besitzt das Hamburg Cruise Center einen ausgesprochen maritimen Charakter (Großer Grasbrook 12). Von den Freitreppen vor dem futuristisch anmutenden Unilever-Haus, das über sechs Ebenen um ein glasüberdachtes Atrium errichtet ist, kann man einen Blick auf die Kreuzfahrtschiffe werfen. Nicht minder spektakulär ist der Marco-Polo-Turm, ein 56 Meter hohes skulpturartiges Gebäude aus weißem Stein mit 15 Wohnetagen.