Lucca

Reiseführer Toskana – Ein Wochenende in Lucca

Die Perle der nördlichen Toskana

Lust auf ein Wochenende in der Toskana? Dann lohnt sich ein Trip in das kleine Städtchen Lucca.

Lucca besitzt einen ganz eigenen Charme und ist von den Touristenmassen bislang weitgehend verschont geblieben. Aufgrund der Nähe zum Flughafen Pisa lohnt sich ein Trip in die zauberhafte Stadt auch für ein Wochenende, vielleicht mit einem Verlängerungstag.

Rock und Pop in Lucca

In der Altstadt geben sich jedes Jahr im Juli beim Lucca Summer Festival die Stars der Pop- und Rockszene ein Stelldichein. In diesem Jahr waren bekannte Künstler wie Bob Dylan, Billy Idol, Elton John oder Mark Knopfler vertreten. Die Bühne steht auf der von Bäumen gesäumten Piazza Napoleone vor dem Palazzo Ducale, einst Wohnsitz von Elisa Bonaparte und heute Sitz der Provinzregierung von Lucca. In den Bars und Restaurant rund um den Platz können Sie vor dem Konzert noch einen Aperitif trinken, bevor es gegen 21 Uhr losgeht. Karten gibt es hier.

Summer Festival 2015

In der Altstadt

Beim Bummel durch das historische Zentrum von Lucca kann man angesichts der vielen Kirchen, Türme und der beeindruckenden Stadtpaläste erahnen, wie reich die Stadt einst gewesen ist. Als Produktionsstätte und Umschlagplatz für kostbare Stoffe mit einem gut entwickelten Bankensystem war Lucca im Mittelalter Hauptstadt einer blühenden Markgrafschaft und Rivale von Pisa und Florenz. Lange Zeit blieb die Stadt unabhängig und wurde von mächtigen Familien bestimmt, die hier Paläste und prächtige Villen in der Umgebung errichteten. Erst 1799 verlor Lucca seine Unabhängigkeit und ging an die Bourbonen über.

Die Besichtigung von Lucca sollten Sie mit einem Spaziergang über die Stadtmauer beginnen, die wohl zu den schönsten in der Toskana gehört. Rund vier Kilometer lang zieht sich das gigantische baumbestandene Bauwerk um den mittelalterlichen Stadtkern. Es war als Schutz gegen die Expansionsversuche von Florenz im 16. und 17. Jahrhundert mit zwölf Metern Höhe und sechs Stadttoren erbaut worden. Das Bollwerk dient Spaziergängern wie Radfahrern und Joggern als Promenade und überall laden Bänke zum Verweilen unter den schattigen Bäumen ein.

Unser Tipp: Mieten Sie sich ein Fahrrad und erkunden damit die breite Verteidigungsmauer. Sie werden an vielen Stellen mit einem Ausblick über die roten Dächer der Altstadt auf die malerischen Silhouetten des Apennin belohnt.

Im Innern der Stadtmauer liegt die idyllische Altstadt mit ihren schmalen Straßen und Gässchen. Rund um die Via Fillungo befindet sich das Einkaufsviertel, das sich mit seinen vielen kleinen Läden abseits des üblichen Mainstreams wohltuend von anderen Shoppingstraßen abhebt. Wer einen Espresso trinken und dem Treiben in der Stadt zuschauen möchte, findet Bars und Restaurants rund um die Piazza Napoleone und die Piazza dell'Anfiteatro, deren Häuser auf den Resten des antiken römischen Amphitheaters stehen.

Kunst und Kultur

Geprägt wird Luccas Stadtbild durch die imposanten Türme, die sich die reichen Luccheser Familien erbauen ließen. Einziger Überrest aus dieser Epoche ist der Torre Guinigi aus dem 14. Jahrhundert, dessen Spitze ein Dachgarten mit mittlerweile jahrhundertealten Steineichen bedeckt. Mit 50 Metern Höhe ragt der Torre dell'Orologio (Uhrenturm) über die Dächer der Stadt. Der Aufstieg über die 207 Stufen vorbei an dem mechanischen Uhrwerk lohnt aufgrund der grandiosen Aussicht, die sich von oben bietet.

Zentrum der Altstadt bildet der Dom San Martino, ein Meisterwerk der Pisaner Romanik mit einer reich dekorierten Fassade in rotem, weißem und grünen Marmor. In seinem Innern sind das Volto Santo ausgestellt, das „Heilige Gesicht“, ein Kruzifix aus Zedernholz, das angeblich von Nicodemus, einem Zeitgenossen Jesu, geschnitzt wurde, sowie das berühmte Grabmal der Ilaria del Carretto von Jacopo della Querci. Eine Piazza weiter besticht die Kirche San Michele in Foro aus dem 12. Jahrhundert durch eine reich geschmückte Fassade im toskanischen Stil, auch wenn das Bauwerk später nicht in der geplanten Höhe ausgeführt wurdet und deshalb einen unvollendeten Eindruck macht.

Unbedingt anschauen sollten Sie sich die schönen Paläste: Ein Besuch im Palazzo Controni-Pfanner aus dem 17. Jahrhundert lohnt wegen seines barocken Gartens mit Götterstatuen, Wasserspielen und lauschigen Plätzchen. Im Palazzo Guinigi ist heute das Museo Nazionale untergebracht, das Kunst und Geschichte der Stadt Lucca von den Anfängen bis hin zum 18. Jahrhundert präsentiert. Der Palazzo Mansi, ein Stadtpalast aus dem 16. Jahrhundert mit opulenten Fresken, Stuckverzierungen und kostbaren Möbeln, beherbergt die Pinakothek mit Werken von Bronzino, Guido Reni und Tintoretto.

Last, but not least sollten Sie im Caffè di Simo vorbeischauen, das war der Lieblingsort vom berühmtesten Sohn der Stadt, Giacomo Puccini. Ein Denkmal vor seinem Geburtshaus erinnert an den Komponisten, dem Lucca ein Festival gewidmet hat.

Allgemeine Tipps

Anreise

Für einen Trip zum Summer Festival in Lucca fliegen Sie bis Florenz oder Pisa. Von dort geht es per Leihwagen, Shuttleservice oder Bus nach Lucca.
www.lucca.cttnord.it
www.shuttledirect.com/
de/transfers/Lucca

Unterkunft

Unser Tipp für Bed and Breakfast ist das Relais Inn Lucca direkt im historischen Zentrum nahe der Stadtmauer. Die Familie Ragaglini hat einen alten Palazzo liebevoll renoviert und tut alles für das Wohlbefinden ihrer Gäste. Morgens gibt es ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet mit leckerem Brot, frischem Obst und mehr.