Schloss Schönbrunn

Die Sommerresidenz der österreichischen Kaiser – Schloss Schönbrunn

Kaiserliche Pracht in Haus und Hof

Der Ausflug nach Schönbrunn ist wie ein kleiner Sommerurlaub. Eigentlich sollte man sich lange Zeit dafür nehmen und Schloss, Park und Tiergarten mit Muße genießen. Im Rahmen einer kurzen Städtereise genügt aber auch ein halber Tag, um die Schönheit und Weitläufigkeit des kaiserlichen Anwesens auf sich wirken zu lassen.

Das Schloss Schönbrunn

Vom Ehrenhof fällt der Blick auf das prachtvolle Barockschloss in dem charakteristischen Schönbrunner Gelb, von dessen 1.441 Räumen 40 auf der Grand Tour besichtigt werden können. Sie führt durch die Wohnräume von Franz Joseph und Sisi im westlichen Trakt, die Festsäle und Repräsentationsräume im Mitteltrakt und die prachtvollen Appartements der Maria Theresia im Ostflügel, die mit ihren prächtigen Weiß-Gold-Dekoration und den Kristallspiegeln ein typisches Beispiel repräsentativer Ausstattung des Rokokos sind. Jeder Raum weiß seine eigenen Geschichten von privaten wie historischen Begebenheiten zu erzählen und zeigt die Weltanschauung der verschiedenen Zeiten.

So spiegelt die schlichte Ausstattung des Arbeitszimmers Franz Josephs mit privaten Bilder und Fotos seine Arbeitseinstellung, hat er sich doch stets als ersten Beamten seines Staates bezeichnet. Stiegenkabinett und Toilettenzimmer geben Einblick in das ganz private Leben der Kaisern Elisabeth, während der Spiegelsaal ein typisches Beispiel repräsentativer Ausstattung aus der Zeit Maria Theresias ist. Hier soll der sechsjährige Mozart das erste Mal der Kaiserin vorgespielt haben. Bälle, Empfänge und große Tafeln wurden in der über 40 Meter langen Großen Galerie, einem der prächtigsten Rokokofestsäle, ausgerichtet, deren Deckenfresken von Gregorio Guglielmi das Wohlergehen der Monarchie unter der Herrschaft Maria Theresia darstellen. Historische Bedeutung hat der Raum, weil hier der Wiener Kongress 1814/15 tagte.

Adresse Schloss

Schönbrunner Schloßstraße
8.30-17.30 Uhr (Apr.-Juni, Sept.-Okt.)
8.30-18.30 Uhr (Juli-Aug.)
8.30-17 Uhr (Nov.-März)
+43/1/81113239
www.schoenbrunn.at

Die Wagenburg

Nicht nur für Sisi-Fans lohnt der Besuch der Wagenburg des Schlosses. Hier wird der Lebensweg der Kaiserin Elisabeth vom Einzug als kaiserliche Braut über die Krönung in Budapest bis hin zu ihrem Tod anhand ihrer Kutschen, prachtvollen Kleider und einzigartiger Kultobjekte wie ihrem persönlichen Sattel nachgezeichnet. Ansonsten beherbergt das Museum den besterhaltenen höfischen Fuhrpark des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, historische Reit- und Zuggeschirre, zivile Uniformen und persönliche Kleidungsstücke von Mitgliedern des österreichischen Kaiserhauses.

10-16 Uhr (Nov.-Apr.), 9-18 Uhr (Mai-Okt.)

Maria Theresia (1717–1780)

Einzige weibliche Herrscherin in der 650-jährigen Geschichte der Habsburger war Maria Theresia, die als 23-Jährige nach dem Tode ihres Vaters Karls VI. die Herrschaft übernahm, weil es keinen männlichen Erben gab. Diese Stellung musste sie gegen die anderen europäischen Mächte behaupten und sie ist besonders als Gegenspielerin des preußischen Königs Friedrich II. des Großen in die Geschichte eingegangen. Auch innerhalb ihres Reiches hatte sie große Herausforderungen zu meistern, waren doch die Finanzen erschöpft und die Armee marode. Deshalb setzte sie tief greifende Reformen in Armee, Finanzwesen und Verwaltung durch, förderte Handel, Industrie und Landwirtschaft und richtete Schulen für alle Kinder ein. Formal war die Mutter von 16 Kindern keine Kaiserin, wurde aber so genannt, nachdem ihr Ehemann zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gekrönt worden war.

Der Schlosspark

Nicht minder eindrucksvoll ist der Spaziergang durch den 185 Hektar großen Park, dessen barocke Gestaltung aus der Zeit Maria Theresias weitgehend unverändert erhalten ist. Als kontinuierliche Fortsetzung der repräsentativen Innenräume nach außen bildet das Große Parterre mit seinen streng symmetrisch angelegten Beeten das Zentrum des Parks und wird vom Neptunbrunnen abgeschlossen. In der Hauptachse liegt auf dem Schönbrunner Berg als Abschluss der barocken Schlossanlage die Gloriette, das dreiteilige Triumphtor mit reichem Skulpturenschmuck, von dessen Dach aus man einen wunderbaren Blick auf Wien hat. Spazieren Sie durch die Parterres, entdecken Brunnen, Laubengänge und den historischen Irrgarten, besichtigen Sie die Orangerie und deren historisches Heizungssystem sowie das monumentale Palmenhaus mit einer Eisen-Glas-Konstruktion aus dem späten 19. Jahrhundert, dessen drei unterschiedlich hohe Pavillons drei verschiedene Klimazonen nachbilden (9.30-18 Uhr (Mai-Sept,), 9.30-17 Uhr (Okt.-Apr.).

Adresse Schlosspark

Schönbrunner Schloßstraße
+43/1/81113239
8.30-17.30 Uhr (Apr.-Juni, Sept.-Okt.)
8.30-18.30 Uhr (Juli-Aug.)
8.30-17 Uhr (Nov.-März)
www.schoenbrunn.at
www.bmlfuw.gv.at

Der Tiergarten Schönbrunn

Zum Schluss führt der Spaziergang in den ältesten bestehende Zoo der Welt. Hatte bereits im 16. Jahrhundert hier ein Wildpark bestanden, so geht die erste Menagerie auf Franz Stephan, den Ehemann Kaiserin Maris Theresias zurück. Zentrum der Anlage ist bis heute der achteckige Frühstückspavillon, um den damals 13 Gehege angeordnet waren. Seitdem hat der Tiergarten Geschichte geschrieben: 1906 wurde hier zum ersten Mal ein Elefant in einem Zoo geboren, 2007 ein Pandababy. Heute zählt der Zoo mit seinen großzügigen und naturnahen Gehegen zu den modernsten der Welt. Besondere Attraktionen sind das Regenwaldhaus, das große Südamerika-Areal, die ORANG.erie, das neue Zuhause der Orang Utans, und das „Franz-Josef-Land“, das neue Gelände für Eisbären.

Adresse Tiergarten

Maxingstraße 13 b
Eingang Hietzinger Tor
Haltestelle Hietzing
9-17 Uhr (Febr.), 9-17.30 Uhr (März, Okt.)
9-18.30 (Apr.-Sept.)
9-16.30 Uhr (Nov.-Jan.)
www.zoovienna.at

Mach mal Pause

Ganz stilvoll lädt das Café Restaurant Kaiserpavillon im Zentrum des Tiergartens zu Kaffee und Kuchen oder einem herzhaften Mittagessen ein.