Ringstraße

Die Wiener Ringstraße – Großer Boulevard mit Charme

Stadtbummel 2. Teil – Auf dem Ring

Bei diesem Spaziergang wandeln Sie über einen der prachtvollsten Boulevards der Welt, den Kaiser Franz Joseph persönlich vor über 150 Jahren am 1. Mai 1865 eröffnet hat. Öffentliche Gebäude des kaiserlichen Wien und großbürgerliche Palais der Belle Époque bilden gemeinsam mit großen Parks und Tausenden von Bäumen ein einzigartiges Kunstwerk im Stil des Historismus.

Die Ringstraße

Als Kaiser Franz Joseph 1857 eine Stadterweiterung beschloss und die Befestigungen schleifen ließ, begann eines der größten städtebaulichen Projekte des 19. Jahrhunderts. Mehrere Jahrzehnte dauerte es, bis die Bauarbeiten am 57 Meter breiten und mehr als 4 Kilometer langen Prachtboulevard abgeschlossen waren. Seitdem befinden sich hier die berühmten Spielstätten von Oper und Burgtheater, Museen mit einzigartigen Kunst- und Naturschätzen und die Palais des zumeist jüdischen Großbürgertums. Bis heute gehören die monumentalen Gebäude zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist der Ring ein wichtiger Platz öffentlichen Lebens.

Alma Mater Rudolphina Vindobonensis

1365 von Herzog Rudolph IV. für das Studium in allen „erlaubten“ Wissenschaften mit Bewilligung des Papstes gegründet ist die Wiener Universität die älteste deutschsprachige Universität. Als die päpstliche Einrichtung im Zuge der Reformation zunehmend an Prestige verlor, wurde sie 1623 mit dem Jesuitenkollegium vereinigt und rund 150 Jahre lang von der Jesuiten dominiert. Erst Kaiserin Maria Theresia führte Mitte des 18. Jahrhunderts grundlegende Reformen durch und wandelte die Universität in eine staatliche Lehranstalt um. Heute ist die Wiener Universität mit rund 89.000 Studenten und rund 9.700 Mitarbeitern eine der größten in Mitteleuropa. Einzig die Medizinische Fakultät ist seit dem 1. Januar 2004 als Medizinische Universität Wien ausgegliedert.

Die Wiener Staatsoper

Als erster Bau an der Ringstraße entstand in den Jahren 1861 bis 1869 die Oper, die anfangs von den Wienern wegen des metallenen Tonnendachs als „Kiste“, wegen des während der Bauarbeiten erhöhten Niveaus der Ringstraße als „versunkene Kiste“ bezeichnet wurde. Doch nach der Eröffnung mit Mozarts „Don Giovanni“ in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth verstummte die Kritik und die Staatsoper wurde zu einer der ersten Opernadressen der Welt. Fleißig sind in der Staatsoper nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die 60.000 Bienen auf dem Dach, die wie die auf dem Dach des Burgtheaters zum delikaten Wiener Stadthonig beitragen.

Wer einmal kostenlos Opernluft schnuppern möchte, dem sei Oper live am Platz empfohlen. Im April, Mai, Juni und September werden am Herbert-von-Karajan-Platz auf einer 50 Quadratmeter großen LED-Wand ausgewählte Opern- und Ballettaufführungen aus dem Haus live übertragen.

Heldenplatz

Durch das Äußere Burgtor gelangt man zu dem Platz, der durch die Ereignisse am 15. März 1938, als Hitler vom Balkon der Neuen Burg aus den Massen den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich verkündete, traurige Berühmtheit erlangte. An den Leopoldinischen Trakt und die Neue Hofburg angrenzend ist er nach den beiden Reiterstandbildern von Erzherzog Karl und Prinz von Savoyen benannt, welche die militärischen Erfolge der Dynastie feiern.
Unbedingt besuchen sollten Sie den barocker Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, der zu den schönsten Bibliothekssälen der Welt zählt (Führungen unter www.onb.ac.at/prunksaal.htm). In der Neuen Hofburg sind zudem viele Museen wie das Papyrusmuseum (Di-Mi, Fr-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr), die Sammlung alter Musikinstrumente, die Hofjagd- und Rüstkammer und das Ephesos Museum (alle Mi-So 10-18 Uhr) untergebracht.

Das Burgtheater

Als der neobarocke Bau am 14. Oktober 1888 eröffnet wurde, war es der erste Monumentalbau mit elektrischer Beleuchtung. Wer Einblicke in die Architektur und Kunst des Theaters gewinnen möchte, kann im Rahmen einer Führung die Treppenhäuser mit den berühmten Deckengemälden von Franz Matsch und den Gebrüdern Klimt besichtigen, vorbei an den Büsten und Porträts der bedeutendsten Schauspieler ziehen und sich im rot-goldenen Innenraum in die k. u. k. Zeiten zurückversetzen lassen.

„3-Tage-in-Service“: Adressen

Universität Wien
Universitätsring 1
Führungen:
Do 18 Uhr, Sa 10.30 Uhr, 11.30 Uhr (engl.)
www.univie.ac.at

Staatsoper Wien
Opernring 2
www.wiener-staatsoper.at

Burgtheater
Universitätsring 2
Führung: 15 Uhr
www.burgtheater.at

Rathaus Wien
Friedrich-Schmidt-Platz 1
Mo-Fr 8-12 Uhr 
Führungen: Mo, Mi, Fr 13 Uhr

Österreichischer Nationalrat
Dr.-Karl-Renner-Ring 3
Führungen:
www.parlament.gv.at

Lassen Sie sich trotz rauschendem Verkehr, Touristenfiakern und klingelnden Radfahrern nicht davon abhalten, den Ring zumindest in Teilen zu Fuß zu erkunden. Wer es lieber bequem mag, kann mit der Vienna Ring Tram vom Schwedenplatz aus eine komplette Runde um den Ring drehen und erfährt alles Wichtige über Kopfhörer und Bildschirme.

Abfahrt 10-17.30 Uhr, halbstündlich

Das Rathaus

Der neugotische Prachtbau mit den vielen Türmen, Filialen, Spitzbögen und reichem plastischen Schmuck ist bis heute Amtssitz des Bürgermeisters und Sitz der Stadtverwaltung. 1872 bis 1883 von Friedrich Schmidt erbaut, liegt er inmitten eines großen Parks mit altem Baumbestand, verfügt über 1.575 Räume und besitzt den größten Festsaal Österreichs sowie einen der größten Arkadeninnenhöfe. Der 3,40 Meter große und 650 Kilo schwere Rathausmann mit Schuhgröße 63 bekrönt die Spitze des Turms. Auf dem Rathausplatz, der früher Parade- und Exerzierplatz des kaiserlichen Heeres und später Schauplatz der Massenkundgebungen der Wiener Sozialdemokratie zum 1. Mai gewesen ist, ist auch heute fast immer etwas los – vom Musikfilmfestival über den Life Ball bis hin zum Adventsmarkt und zur Eislandschaft.

Das Parlament

„Die Weisheit bleibt draußen“, behaupten böse Zungen wegen der Statue der Pallas Athena, der Göttin der Weisheit, vor dem Parlamentsgebäude. Dieses hat Theophil Hansen mit Verweis auf die attische Demokratie im Stil der klassischen Antike errichtet (1874–1883). Heute ist das Gebäude der Sitz des Nationalrates und des Bundesrates.

Der Volksgarten

1823 als erster öffentlich zugänglicher Park in Hofbesitz eröffnet, lädt er mit seinen blühenden Rosen und plätschernden Brunnen zum Bummeln ein. Sisi-Fans kommen wegen des Denkmals für Kaiserin Elisabeth hierher. Ein architektonisches Kleinod ist der Theseustempel, der heute für Ausstellungen und Kunstinstallationen genutzt wird.