Stadtbummel

Der Stephansdom und die Wiener Hofburg

Stadtbummel 1. Teil – Die Altstadt

Ein Bummel durch die Wiener Altstadt ist immer auch ein Gang durch europäische Geschichte. Manchmal hat man den Eindruck, das ganze Areal sei ein einziges Museum. In jedem Falle aber ist die Altstadt ein sehr lebendiger, abwechslungsreicher und interessanter Ort. Die Wiener Altstadt spricht alle Sinne an; und sollte Ihnen an der einen oder anderen Stelle der Mund offen stehen bleiben, keine Sorge, das geht den anderen Besuchern auch so.

Der Mittelpunkt der Stadt

Egal von welchem Standort man auf die Stadt blickt, immer ragt der „Steffl“, wie die Wiener ihren Dom liebevoll nennen, mit seinem hohen Südturm und den 230.000 bunten Dachziegeln im Zickzackmuster hervor. Er ist der Mittelpunkt der Stadt und zugleich das Wahrzeichen von Wien und ganz Österreich. 107 Meter lang und 34 Meter breit ist das gotische Meisterwerk, dessen Südturm mit 137 Metern Höhe nach dem Kölner Dom und dem Ulmer Münster der dritthöchste Kirchenturm in Europa ist. Wer die 343 Stufen bis zur Türmerstube erklimmt, wird mit einem grandiosen Blick über die Dächer von Wien belohnt.

Weil die Bauarbeiten wegen der Belagerung durch die Türken eingestellt werden mussten, ist der Nordturm bei 68 Metern stehen geblieben. Erst 1579 hat er sein heutiges Helmdach im Renaissancestil erhalten. Unter ihm hängt die Pummerin, die zweitgrößte frei schwingend geläutete Kirchenglocke Europas. Wer die 20 Tonnen schwere Lieblingsglocke der Wiener sehen möchte, die einst aus den Kanonenkugeln der Türken nach der Belagerung von 1683 gegossen worden war, fährt mit dem Aufzug nach oben ...

Altstadtbummel

Beim Bummel durch die Straßen und kopfsteingepflasterten Gässchen rund um den Stephansdom können Sie noch etwas vom Flair des alten Wien spüren. In der malerischen Domgasse Nr. 5 ist die einzige bis heute erhaltene Wiener Wohnung Mozarts zu besichtigen.

10-19 Uhr,
www.mozarthausvienna.at

Blickfang am Hohen Markt ist die Ankeruhr, die der Jugendstilkünstler Franz Matsch als brückenartige Verbindung zweier Gebäude entworfen hat. Jeweils eine von zwölf überlebensgroßen Figuren aus der Stadtgeschichte erscheint zur vollen Stunde, alle gemeinsam paradieren sie um 12 Uhr mittags. Im Mittelalter kehrten Salzhändler zu Ehren ihres Schutzpatrons in die Ruprechtskirche ein, die auf einer Anhöhe über dem Donaukanal thront.

Ruprechtsplatz 1
Mo-Fr 10-12 Uhr, Fr 15-17 Uhr, Sa 11-13 Uhr
www.ruprechtskirche.at

Das Zentrum jüdischen Lebens war im Mittelalter bis zum Pogrom 1421 der Judenplatz, woran heute das Museum Judenplatz und das Mahnmal von Rachel Whiteread erinnern. Mit der nach außen gestülpten Bibliothek aus 7.000 Büchern ist der weiße Kubus ein beeindruckendes Symbol für die Ermordung von 65.000 österreichischen Juden durch das Naziregime.

Judenplatz 8
So-Do 10-18 Uhr, Fr 10-17 Uhr
www.jmw.at

Die Hofburg: kaiserliche Pracht

Wie die Schaltzentrale einer Weltmacht aussieht, zeigt das prachtvolle Areal der Hofburg. Über 600 Jahre lang residierten hier die Habsburger-Kaiser. So entstand im Laufe der Jahrhunderte ein riesiger unregelmäßiger Gebäudekomplex von 240.000 Quadratmetern, 18 Trakten, 19 Höfen und 2.600 Räumen.

Ältester Bauteil ist die Alte Burg, deren rot-schwarzes Schweizertor eines der wenigen Renaissancedenkmäler Wiens ist. Hier befindet sich auch die gotische Burgkapelle, in der noch heute die Wiener Hofmusikkapelle, die Wiener Sängerknaben, Mitglieder der Wiener Philharmoniker und der Herrenchor der Wiener Staatsoper in der heiligen Messe singen.
So 10-12 Uhr 9.15 Uhr (Sept.-Juni)

Durch das spätromanische Riesentor mit seiner reichen Ornamentik führt der Weg in den dreischiffigen Innenraum, den Adolf Loos als „weihevollsten Kirchenraum der Welt“ bezeichnet hat ...

Das Sisi Museum

Wer alle Ausstellungen in der Hofburg besichtigen möchte, muss viel Zeit einplanen. Von daher heißt es auswählen:

Sisi Museum

Die Albertina

Zu den Highlights der Wiener Museen gehört die Albertina an der Südspitze der Hofburg. Schon von Weitem erkennt man das habsburgische Wohnpalais an dem weit auskragenden Flugdach. Die Albertina beherbergt eine der größten und wertvollsten grafischen Sammlungen der Welt. Ob Dürers Feldhase oder die zum Gebet gefalteten Hände, Raffaels Studie für den Borgobrand, Rubens’ Kinder- oder Klimts Frauenstudien, die 50.000 Zeichnungen und Aquarelle sowie rund 900.000 druckgrafischen Arbeiten von der Spätgotik bis zur Gegenwart gehören zum Wertvollsten, was die Kunst zu bieten hat. Die Werke werden in Wechselausstellungen präsentiert.

Darüber hinaus lockt die Albertina mit einer eindrucksvollen Schausammlung der klassischen Moderne, die einen Bogen vom französischen Impressionismus über den deutschen Expressionismus zur russischen Avantgarde bis in die Gegenwart schlägt. Sie können hier Bilder wie Monets Seerosenteich, Degas’ Tänzerinnen oder Kirchners Frauenakt ebenso bewundern wie Picassos Stilleben mit Gitarre. Außerdem werden die Werke der Architektur- und Fotosammlung in Sonderschauen gezeigt.

Albertinaplatz 1,
+43/1/534830
Do-Di 10-18 Uhr, Mi 10-21 Uhr
www.albertina.at